Verkaufstipps

Kreuzfahrten: Sauberer als oft gedacht

In Kiel haben Aktivisten ein Kreuzfahrtschiff stundenlang festgehalten. Der Protest richtet sich gegen Umweltverschmutzung. Doch was ist wirklich dran an diesen Thesen? Aus aktuellem Anlass wiederholen wir einen Artikel, der kürzlich zu dem Thema bei uns erschienen ist.

In der Kreuzfahrt gibt es Aufholbedarf in Sachen Umweltschutz – aber die Anstrengungen sind groß und könnten der gesamten Frachtschifffahrtsbranche neue Technologien bringen.
Foto: Banyan Tree Hotels & Resorts

In Kiel hinderte die Gruppe „Smash Cruiseshit“ am Wochenende die „Zuiderdam“ von Holland-America Line stundenlang am Auslaufen. Die Aktivisten wollten damit auf die Umweltauswirkungen von Kreuzfahrtschiffen aufmerksam machen.

Wenn es der Gruppe außerdem darum ging, eine breite Öffentlichkeit zu erreichen, dann darf ihr Vorgehen als gelungen gelten. Medien berichteten bundesweit über die Aktion. Das dürfte auch zu Nachfragen von Seiten der Kunden am Counter führen.

Doch wie groß sind die Umweltauswirkungen der Kreuzfahrt wirklich? Keine Frage, dass die Reedereien bei der Umweltbilanz noch einiges zu tun haben. Dennoch ist nicht jede Kritik berechtigt, die von Aktivisten vorgetragen wird. Hier sind sieben gute Argumente und Verkaufstipps, die Du Kunden mitgeben kannst, die auf das Thema zu sprechen kommen.

1. Auf den Kontext hinweisen: Klar, Kreuzfahrtschiffe stoßen Schadstoffe aus. Richtig ist aber auch, dass die Zahl der Kreuzfahrtschiffe weltweit häufig überschätzt wird. Laut dem Branchenverband Clia fahren derzeit rund 250 Hochseekreuzer über die Weltmeere. Zum Vergleich: Die Zahl der Frachtschiffe wird weltweit auf rund 50.000 geschätzt.

Kreuzfahrtschiffe machen somit überhaupt nur rund 0,5 Prozent der gesamten Schifffahrt aus, rechnet Clia vor. Und nicht nur das: Die Kreuzfahrt ist zudem zum Vorreiter und Taktgeber für weite Teile Schifffahrtsbranche geworden, was die Entwicklung und Nutzung umweltfreundlicher Technologien betrifft.

2. Kreuzfahrt-Reedereien sind Vorreiter bei Innovationen: Es ist nicht so, als ließe die Kritik von Umweltschützern die Branche kalt. Insbesondere die großen Anbieter basteln intensiv an Innovationen. Die Hauptprobleme der Kreuzfahrt-Schifffahrt sind die Abgase, der Müll und das Abwasser. Auf allen drei Baustellen sind Reedereien weltweit aktiv.

Beim größten Problem Abgase sowieso. Ja, die meisten Kreuzfahrtschiffe fahren noch mit Schweröl, das besonders umweltbelastend ist. Insbesondere neue Schiffe – und derzeit sind rund 50 geordert – kommen aber mit immer mehr Gaswäschern, Katalysatoren oder Partikelfiltern. Erst kürzlich beschlossen die Reedereien in Washington, den weltweiten Ausstoß von Kohlendioxid bis 2030 um 40 Prozent zu reduzieren.

Das soll auch mit völlig neuen Technologien gelingen. Das neue Schiff des deutschen Marktführers Aida, die Nova, etwa kann als erstes weltweit vollständig mit dem vergleichsweise sauberen Treibstoff Flüssigerdgas (LNG) laufen. Das gilt auch für die beiden weiteren in Auftrag gegebenen Aida-Schiffe, die 2021 und 2023 in Dienst gehen.

MSC hat sogar fünf Schiffe geordert, die mit LNG-Technik ausgestattet werden. Ab dem Jahr 2022 werden die Schiffe nacheinander in den Markt gestellt. Costa bringt im Herbst die neue Smeralda, die ebenfalls mit LNG-Technologie läuft. TUI Cruises setzen bei Neubauten ebenfalls auf Flüssigerdgas.

3. Müllvermeidung an Bord: Wie Hotels, versuchen auch Reedereien, Plastik auf ihren Schiffen zu reduzieren. Strohhalme kommen etwa aus nachhaltigem Material. Plastikflaschen in den Restaurants werden durch Glasgefäße auf den Tischen ersetzt. Zudem versuchen Reedereien Nahrungsmittel mit möglichst wenig Verpackungsmaterial einzukaufen.

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