Protest-Bewegung

Reisebüros planen „T-Day“ in Berlin

Für den 27. Mai plant die Protestbewegung „Gesicht zeigen!“ in Berlin ihre bisher größte Aktion. „Wir dürfen jetzt nicht lockerlassen“, sagt Marion Tibursky, eine der Initiatoren der Proteste.

Die Demos gehen weiter: Reiseverkäufer organisieren bundesweit Protestaktionen.
Foto: Florian Hartmann

Es soll die bisher größte Kundgebung von Reisebüros bundesweit werden, von einem „T-Day“ (Touristik-Day) – in Anlehnung an den historischen „D-Day“ – ist in Organisatorenkreisen die Rede: Am Mittwoch, 27. Mai, wollen an mehreren Stellen in Berlin Reisebüros demonstrieren. Geplant sind Kundgebungen unter anderem am Brandenburger Tor, vor dem Bundestag, dem Bundeswirtschaftsministerium und am Wittenbergplatz.

Die Behörden haben nach Veranstalterangaben jeweils 100 Teilnehmer pro Kundgebung genehmigt. Einige Anträge laufen auch noch. Hinzu kommen, wie bei vergangenen Demos schon, Buskorsos und Autokorsos, um die Teilnehmer zu Fuß zu unterstützen. „Wir sind auf einem guten Weg, dass der Rettungsfonds und weitere finanzielle Beihilfen kommen. Aber wir zeigen weiterhin Gesicht, bis offiziell verkündet wird, dass uns geholfen wird“, sagt Marion Tibursky, Inhaberin von Tele Tour Reisen in Berlin. Sie ist die Mitgründerin der Facebook-Gruppe „Vorbereitung bundesweite Demo Reisebüros“, über die sich die Reisebüros auch weiterhin wesentlich organisieren. Die Gruppe zählt inzwischen mehr als 8000 Mitglieder.

Demos nicht nur in Berlin

Für die Kundgebung in Berlin erwartet Tibursky Teilnehmer aus dem gesamten Bundesgebiet. Geplant sind allerdings nicht nur Demonstrationen in Berlin. Am Mittwoch, 20. Mai, wird es außerdem eine Kundgebung in Erfurt geben. Laut Angaben der Organisatoren haben die Behörden hier keine maximale Teilnehmerzahl vorgegeben. Auch zu dieser Protestaktion werden Reiseprofis mit beträchtlichen Anfahrtswegen erwartet. Darüber hinaus sind Demos unter anderem in Dresden und in Düsseldorf geplant.

Gerade jetzt sei es wichtig, mit den Demonstrationen nicht nachzulassen, sagt Marion Tibursky. „Denn ich habe Sorge, dass sich in der Politik die Haltung breit macht, weil die Grenzen nun teilweise wieder geöffnet werden, dass sich die Finanzprobleme der Reisebüros somit erledigen.“ Dabei änderten die Grenzöffnungen gar nichts. „Es wird kein bisschen besser, denn kurzfristig bleiben ja alle Probleme.“

Das sieht auch Claudia Mades so, Inhaberin von Design Travel aus München, die inzwischen die Pressearbeit für die Bewegung „Gesicht zeigen!“ koordiniert. Sie spricht allerdings auch von deutlichen Erfolgen, die die Protestbewegung schon jetzt in Politik und Medien erreicht habe. „Reisebüros wurden jahrelang von interessierter Seite totgequatscht“, erläutert Mades. Deshalb habe man die Branche auch vielerorts nicht mehr auf dem Schirm gehabt. „Das ändert sich gerade.

Immer wieder bekomme sie von Politikern und Medien geradezu mit Erstaunen zu hören: „Ihr seid ja top modern. Ihr arbeitet mit Social Media und technischen Lösungen. Ihr seid überhaupt nicht am Markt vorbei.“ Reisebüros würden nach der Corona-Krise ein Comeback erleben, zeigt sich die Sprecherin überzeugt. Viele Kunden würden sich sehr wohl merken, wer sich in der Krise um sie gekümmert habe und wer nicht.

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