Neue Protestaktionen

Die Demos der Reiseverkäufer gehen weiter

Nach den erfolgreichen Protestaktionen in der vergangenen Woche wollen Expis nun erneut auf die Straße gehen, um für finanzielle Soforthilfen zu demonstrieren. Die ersten Aktionen für diese und nächste Woche stehen schon fest.

Reisebüro-Inhaberin Marion Tibursky (zweite von rechts) hat vergangene Woche mit Kollegen in Berlin demonstriert.
Foto: Privat

„Demonstrieren statt Jammern“, das ist das Motto von Marion Tibursky, und das hat die Inhaberin von Tele Tour Reisen in Berlin in der vergangenen Woche eindrucksvoll mit vielen Kollegen in ganz Deutschland in der Öffentlichkeit unter Beweis gestellt. Am 29. April waren Reiseverkäufer bundesweit in rund 40 Städten auf die Straße gegangen, um auf ihre existenzbedrohende Situation durch die Corona-Krise aufmerksam zu machen und um für finanzielle Soforthilfen zu demonstrieren.

Und nach einigen Überlegungen steht nun fest: Es geht weiter mit den Protesten. Schon an diesem Mittwoch, 6. Mai, werden viele Mitglieder des Aktionsbündnisses „Wir zeigen Gesicht“ wieder auf die Straße gehen. Geplant sind Demos etwa in Karlsruhe, Oldenburg, Oberhausen, Augsburg, Cottbus, Bonn und Hattingen. „Dieses Mal sind bewusst viele andere Städte als beim letzten Mal dabei“, sagt Marion Tibursky.

Nächste bundesweite Demo am 13. Mai

Die nächste ganz große Demo ist für den 13. Mai geplant, dann sollen wieder Protestaktionen in 40 bis 50 Städten für Aufsehen sorgen. In Berlin werden sich Reiseverkäufer am Brandenburger Tor positionieren, am 14. Mai soll dann eine europaweite Großdemonstration der Busreiseveranstalter stattfinden.

„Jetzt erst recht“ dürften sich viele Reisebüro-Inhaber und Reiseverkäufer nach den Demos in der vergangenen Woche denken, denn das Medienecho war riesig. Viele Fernsehsender und Zeitungen berichteten, sogar in die „Tagesthemen“ schafften es die Proteste der Expis. „Es war toll“, resümiert Marion Tibursky. „Mit so viel Aufmerksamkeit der Presse haben wir gar nicht gerechnet, aber es war ein gutes Gefühl der Öffentlichkeit unsere Situation aufzuzeigen.“

Zeichen des Protests – auch virtuell

Es gehe darum, Zeichen zu setzen, macht Inhaberin Tibursky deutlich. Deshalb sollen Reisebüros, sofern sie denn geöffnet haben, an diesem Mittwoch für drei Stunden ihr Büro schließen und auch telefonisch nicht erreichbar sein. Und virtuell wird auch wieder demonstriert werden, denn noch immer sind die Teilnehmerzahlen für Demonstrationen wegen der Corona-Krise stark limitiert.

Die Teilnehmer organisieren sich weiterhin über die Facebook-Gruppe „Vorbereitung bundesweite Demos Reisebüros“, die am 22. April von Marion Tibursky und Kollegin Anke Mingerzahn (ebenfalls Reisebüro-Inhaberin) gegründet wurde. Ziemlich genau 7000 Mitglieder zählt die Gruppe mittlerweile, ein Ende ist noch nicht in Sicht. Und für Marion Tibursky waren die Demos in der vergangenen Woche erst der Anfang, jetzt soll es mit Vollgas weitergehen: „Ich bin überzeugt davon, dass man was dafür tun kann, dass sich was ändert“, sagt sie.

Seid Ihr bei den neuen Demos mit dabei? Dann schickt uns Fotos und ein paar Infos von Eurer Protestaktion: redaktion@traveltalk.de

Bilder von den Demos in der vergangenen Woche seht Ihr in der Bildergalerie.

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