Größte Demo bisher in Berlin geplant

Bundesweite Proteste gehen weiter

Die Reisebüro-Bewegung „Gesicht zeigen!“ legt nach: Für Mittwoch, 13. Mai, sind bundesweit wieder zahlreiche Kundgebungen geplant – die größte bisher findet in Berlin statt. Zentrale Forderung ist weiterhin sofortige Finanzhilfe vom Staat in der Corona-Krise.

Der Tourismusbeauftragte Thomas Bareiß, Bundeswirtschaftsminister Peter Altmeier und Bundesfinanzminister Olaf Scholz als Sargträger der deutschen Tourismusbranche: MIt diesen Aufklebern fährt Reisebüro-Inhaberin Anke Budde beim Autokorso in Berlin mit.
Foto: privat

Seit Tagen laufen die Vorbereitungen – nichts spricht bisher dafür, dass sich die Protest-Bewegung abschwächt: Am Mittwoch werden wieder bundesweit Reisebüro-Mitarbeiter und Inhaber unterwegs sein – die Teilnehmer treiben existenzielle Sorgen auf die Straße.

Die wohl größte Kundgebung bisher ist in Berlin am Brandenburger Tor geplant. Die Behörden haben dort – unter Berücksichtigung der strengen Corona-Auflagen – 50 Teilnehmer genehmigt. Das ist aber noch nicht alles: Weitere Büros planen außerdem einen Autokorso mit 50 genehmigten Fahrzeugen durch die Stadt.

„Die Teilnehmer reisen aus ganz Deutschland an“, sagt Kirstin Heinrichs vom TUI Reisecenter Mönchengladbach, die den Korso mitorganisiert und auch selbst mitfährt. Treffen ist um 11 Uhr auf der Straße des 17. Juni vor dem Brandenburger Tor/Ecke Ebertstraße. Bis 12 Uhr bekleben die Teilnehmer ihre Fahrzeuge mit Sprüchen und Bildern. Danach fährt der Korso langsam durch das Regierungsviertel, wobei er auch die „Fußgängerdemo“ vor dem Brandenburger Tor grüßt.

Außerdem ist ein Buskorso mit ebenfalls 50 Fahrzeugen geplant, die ebenfalls ihre Kollegen vor dem Brandenburger Tor grüßen, die zu Fuß demonstrieren.

Schon am Dienstag, 12. Mai, demonstrierten Teilnehmer in Düsseldorf. Rund 35 Teilnehmer positionierten sich vor dem Düsseldorfer Landtag. Mit Erfolg: Der Vorsitzende der SPD-Fraktion im NRW-Landtag Thomas Kutschaty stellte sich den Demonstranten und hörte sich deren Forderungen an. Kleiner Erfolg: Der Politiker sprach sich nach dem Gespräch auf Twitter für Hilfen für die Reisebranche aus.

Die Düsseldorfer fanden Gehör: Thomas Kutschaty (links), Vorsitzender der SPD-Fraktion im NRW-Landtag, sprach mit den Demonstranten.
Foto: Privat

Weitere Demos sind am Mittwoch in folgenden Städten geplant: Ahrweiler/ Bad Neuenahr, Bamberg, Bremen, Cottbus, Dortmund, Dresden, Frankfurt am Main, Freiburg im Breisgau, Gelsenkirchen, Gera, Gießen, Halle, Hamburg, Hannover, Heidelberg, Heinsberg, Kaiserslautern, Kamp-Linfort, Karlsruhe, Kassel, Kempten/Allgäu, Koblenz, Köln, Leipzig, Lüneburg, Mainz, München, Münster, Nürnberg, Oberhausen, Oldenburg, Potsdam, Saarbrücken, Schweinfurt, Schwerin, Stuttgart, Wiesbaden und Zwickau.

Eine Übersicht über alle Demos, die Treffpunkte und die Zeit findet sich in der Facebook-Gruppe „Vorbereitung Bundesweite Demo Reisebüros“ unter dem Reiter „Veranstaltung“. Dort erfährt man auch, ob es aufgrund der begrenzten Teilnehmerzahlen überhaupt noch möglich ist, zu einer Kundgebung dazuzustoßen.

Petition dem Wirtschaftsministerium übergeben

Der Moment der Petitions-Übergabe: Bei der Kundgebung in Berlin am 29. April übergeben Expis Vertretern des Bundeswirtschaftsministeriums ihre Forderungen für Reisebüros.
Foto: privat

Bei der zentralen Forderung nach Soforthilfe, etwa in Form eines Notfallfonds, hält sich die Politik bisher bedeckt – auch wenn eine solche Lösung in Regierungskreisen in Berlin mittlerweile aktiv diskutiert wird. Dies dürfte nicht zuletzt auf die erste Welle an bundesweiten Demonstrationen am 29. April 2020 zurückzuführen sein.

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