Corona-Krise

TUI und FTI fordern Rettungsschirm für Reisebüros

TUI-Chef Friedrich Joussen und FTI-Geschäftsführer Ralph Schiller haben am Wochenende schnelle Finanzhilfe für Reisebüros gefordert. Joussen kündigte zudem an, dass TUI schon in Kürze wieder Reisen durchführen werde.

TUI-Chef Friedrich Joussen zeigt Verständnis für die schwierige Lage der Reisebüros.
Foto: TUI/Christian Wyrwa

In einem Interview mit der „Rheinischen Post“ forderte Joussen einen Rettungsschirm für Reisebüros: „Viele mittelständische Betriebe halten das nicht mehr lange durch. Dafür sind die Margen für Veranstalter und Reisebüros zu gering. Ich unterstütze eine nicht rückzahlbare Übergangshilfe für die Reisebüros“, sagte der Manager.

Zur Lage im eigenen Konzern, sagte Joussen, TUI werde bereits in wenigen Wochen wieder Reisen zu verschiedenen Zielen durchführen. „Ab Ende Juni wollen wir pünktlich zu den Sommerferien wieder fliegen.“ Mallorca soll demnach schon bald angesteuert werden. „Wir wollen Mitte/Ende Juni den Flugverkehr nach Mallorca wieder aufnehmen.“ Österreich, Griechenland, Zypern, Kroatien und Bulgarien seien ebenfalls sehr gut vorbereitet, sagte der Tui-Chef. Die Hotel-Saison solle dort spätestens am 1. Juli starten. Mit der Türkei befinde man sich in Gesprächen. „Es wird eine Dynamik der Öffnungen geben, weil es keinen Grund für einen dauerhaften Lockdown des Tourismus gibt.“

Zuletzt hatte es bei den Beratungen innerhalb der Europäischen Union zum Abbau der Reisebeschränkungen vor den Sommerferien erste Fortschritte gegeben. Außenminister Heiko Maas (SPD) zeigte sich am Mittwoch nach Videokonferenzen mit den Nachbar- und Urlaubsländern der Deutschen zuversichtlich, dass die weltweite Reisewarnung nach dem 14. Juni zumindest für die EU aufgehoben werden kann. Laut Joussen ist bei Auslandsreisen diesen Sommer nicht mit hohen Preisen zu rechnen. „Grundsätzlich haben alle Länder viel freie Kapazität 2020. Das sorgt für günstige Angebote. Aber einige Regionen wie Deutschland sind jetzt in den ersten Wochen besonders begehrt, da sieht es also umgekehrt aus.“

Soforthilfen reichen nicht aus

Auch Ralph Schiller, Geschäftsführer der FTI Group, nahm am Wochenende nochmal Stellung zur Krise der Branche. „Vielen Unternehmen läuft die Zeit davon“, sagte er der Deutschen Presseagentur. „Der Liquiditätsdruck trifft alle Unternehmen, ob groß oder klein. Wenn ein Räderwerk mit rund drei Millionen Arbeitsplätzen stillsteht, trifft das alle.“

Die bisherigen Soforthilfen wie Zuschüsse und Darlehen seien allerdings unzureichend. Viele Unternehmen fühlten sich von der Politik weitgehend im Stich gelassen, sagte Schiller. „Die Tourismuswirtschaft wollte sich mit Gutscheinen für Reisen, die wegen der Corona-Pandemie storniert werden mussten, selbst helfen.“ Doch diese Lösung sei gescheitert. „Jetzt brauchen wir als Alternative einen Rettungsfonds, der den Steuerzahler Geld kosten dürfte.“ (mit dpa)

Mehr zum Thema
by CounterCube
Derzeit beliebt
by TravelTalk
Aktuelle Galerien
by TravelTalk
Corona-Krise

Politik macht Reisebüros Hoffnung auf Finanzhilfe

Bundesfinanzminister Olaf Scholz kündigt ein Konjunkturpaket an – und erwähnt dabei ausdrücklich die Reisebüros. Darüber hinaus soll im Bundeswirtschaftsministeriun ein Notfallfonds für die Touristik erwogen werden, der auch dem Counter helfen soll.

Die Reisebüro-Proteste zeigen offenbar Wirkung - jedenfalls kündigte Bundesfinanzminister Olaf Scholz an, den Counter beim geplanten Konjunkturpaket zu unterstützen.
Foto: Bundesministerium der Finanzen
Weiterlesen