Corona-Krise

Expis planen Proteste in mehr als 30 Städten

Das erste Mal in der Geschichte werden deutschlandweit Reisebüro-Mitarbeiter demonstrieren, um für ihre politischen Ziele zu kämpfen. In mehr als 30 Städten sind bereits Kundgebungen geplant – und die Zahl wächst.

Reisebüro-Inhaber Rainer Maertens lieferte die Initialzündung für die bundesweiten Proteste von Expis am Mittwoch.
Foto: privat

Von Berlin bis Hannover, von Magdeburg bis Dortmund: Im ganzen Bundesgebiet werden diese Woche Expis auf die Straße gehen. Ihre Hauptforderung: Finanzielle Soforthilfe, um die Corona-Krise zu überleben. Die Zahl der Städte steigt aber noch, denn es werden noch weitere Anträge eingereicht. Die Zahl der Teilnehmer wird je nach Ort zwischen 10 und 50 liegen. Mehr ist nicht erlaubt, denn für Demonstrationen gelten in Corona-Zeiten strenge Vorschriften.

Um auf ihre Forderungen aufmerksam zu machen, haben sich die Demonstranten einiges einfallen lassen. So wollen sie am Ort ihrer Kundgebung leere Koffer und Sonnenliegen aufstellen. Zudem ist unter anderem geplant, alte Reisekataloge entweder in Bergen aufzutürmen, oder das Wort „Reisebüro“ damit auszulegen.

Die Initialzündung für die bundesweiten Proteste gab offenbar ein Artikel in TravelTalk vergangene Woche über den Reisebüro-Inhaber Rainer Maertens aus Dresden, der einen Buskonvoi durch die Stadt organisiert hat. Wie seine Protest-Aktion sollen auch die anderen Kundgebungen am Mittwoch, dem 29. April, stattfinden. Unklar ist jedoch, ob bis dahin alle Genehmigungen der Kommunen vorliegen. Deshalb könnten einige Demonstrationen auch später stattfinden.

Die Expi-Bewegung organisiert sich hauptsächlich über die offene Facebook-Gruppe „Vorbereitung bundesweite Demo Reisebüros“, die am 22. April gegründet wurde und inzwischen mehr als 3600 Teilnehmer zählt. Fieberhaft bereiten die Mitglieder Pressemitteilungen vor. Kevin Walther, Inhaber des Reisebüros Fernweh in Apolda, hat sogar Großplakate drucken lassen, die er in Stadtzentren aufhängen will. „Ich spüre, dass der Zusammenhalt immer größer wird und wir zu einer starken Gemeinschaft werden“, sagt Walther über die Reisebüros.

Viele Expis fühlen sich gegenüber anderen Branchenteilnehmern wie Großveranstaltern oder Airlines zurückgesetz, denen in der Corona-Krise bereits finanziell geholfen wurde.

Doch in welchen Städten finden wann und wo genau die Demonstrationen statt? Wer mehr darüber erfahren will, kann in der Facebook-Gruppe auf den Link „Veranstaltungen“ klicken. Dort findet sich eine Liste aller Städte, in denen Kundgebungen geplant sind, samt der Information, ob bereits eine offizielle Genehmigung vorliegt, oder nicht. Eine Übersicht hat auch der Touristikverband ASR auf seiner Website erstellt. Sie findet sich unter dem Link unten. (GK)

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