EU-Länder-Besprechung

Chancen auf Sommerurlaub im Ausland steigen

Außenminister Heiko Maas strebt mit seinen EU-Kollegen aus zehn beliebten Urlaubsländern eine Grenzöffnung noch vor dem Sommer an. Das Auswärtige Amt erwägt dies auch für einzelne Nicht-EU-Länder.

Außenminister Heiko Maas will die weltweite Reisewarnung ab dem 15. Juni durch länderspezifische Reisehinweise ersetzen.
Foto: Imago Images

Bundesaußenminister Heiko Maas (SPD) plant, die noch bis zum 14. Juni weltweit geltende Reisewarnung zunächst nur für die Europäische Union (EU) aufzuheben. Sie soll durch individuelle Reisehinweise für die einzelnen Länder ersetzt werden. Darin soll auf die unterschiedlichen Risiken aufmerksam gemacht werden. Nach der Videokonferenz am Nachmittag bestätigte Maas damit seine bereits am Wochenende gemachten Aussagen.

Neben Maas nahmen die Außenminister von zehn beliebten Urlaubsländern der Deutschen teil. Es ging darum, wie die Corona-bedingten Grenzkontrollen und Quarantäneregeln aufgehoben werden können und Gesundheitsschutz an den Urlaubsorten gewährleistet werden kann.

Auch über eine Aufhebung der Reisewarnung für einzelne Länder außerhalb der EU wie etwa die Türkei wird im Auswärtigen Amt nachgedacht. Als „wichtigen Schritt in die richtige Richtung“ begrüßte DRV-Präsident Norbert Fiebig solche bilateralen Überlegungen.

Neben Deutschland nahmen an der Videokonferenz teil: Spanien, Italien, Österreich, Griechenland, Kroatien, Portugal, Malta, Slowenien, Zypern und Bulgarien. Frankreich und die Schweiz fehlten, weil sie am Mittwoch bei einer weiteren Videokonferenz auf Einladung Maas’ mit den Nachbarländern Deutschlands dabei sein werden. Österreich entschied sich als einziges Nachbarland, an beiden Konferenzen teilzunehmen.

Drei Schritte für den Start in den Auslandsurlaub

Deutschland und die anderen Länder haben noch viel Arbeit vor sich, bevor der Startschuss für den Urlaub fallen kann:

  • Zunächst müssen die Grenzen geöffnet werden. Für seine Nachbarländer will Deutschland das bis zum 15. Juni umsetzen – nur bei Tschechien und Polen ist unklar, wann es zu einer Einigung kommen kann.
  • Zweitens muss die in vielen Ländern noch geltende zweiwöchige Quarantänepflicht für einreisende Ausländer aufgehoben werden. Denn selbst bei All Inclusive und 24-Stunden-Zimmerservice macht Urlaub im Hotelzimmer keinen Spaß.
  • Wenn das geregelt ist, soll drittens ab dem 15. Juni auch die weltweite Reisewarnung fallen.

„Wir können nicht dauerhaft eine Reisewarnung für die ganze Welt aufrecht erhalten“, sagte Maas. Der Politiker betonte aber erneut, dass der Sommerurlaub nicht so werden wird, wie vor der Corona-Krise. In den Reisehinweisen sollen möglichst viele Details zu den Reiseländern stehen. Wie sind die Hygienevorschriften? Wie ist die Infektionslage? Ist man als Urlauber willkommen? Besteht die Gefahr, dass man nicht zurückkommt?

Das große Problem: Die Unberechenbarkeit des Virus, die sehr unterschiedliche Betroffenheit der einzelnen Länder und voneinander abweichende Gegenmaßnahmen. „Wir können nicht die Einreise von Ausländern erlauben, während wir die spanische Bevölkerung noch einer Ausgehsperre unterziehen“, erklärte der spanische Verkehrsminister José Luis Ábalos.

Spanien hat zwar bereits mit einer schrittweisen und vorsichtigen Lockerung der Kontaktsperre begonnen. Die linke Regierung von Ministerpräsident Pedro Sánchez will aber den seit Mitte März und noch bis zum 23. Mai geltenden Notstand um einen weiteren Monat bis Ende Juni verlängern.

Der griechische Außenminister Nikos Dendias schlägt ganz andere Töne an. „Die Bewegungsfreiheit wird innerhalb des Landes wiederhergestellt, unsere Hotels bereiten sich auf ihre Wiedereröffnung vor, unsere Strände sind wieder zugänglich und archäologische Stätten öffnen wieder für die Öffentlichkeit“, sagte er dem Redaktionsnetzwerk Deutschland.

Für Österreich liegt das Hauptaugenmerk zunächst auf Staaten, die mit dem Zug und dem Auto gut zu erreichen seien und aus denen im Bedarfsfall eine selbstständige und unkomplizierte Rückreise möglich sei, teilte Österreichs Außenminister Alexander Schallenberg nach der Konferenz mit. Es bestehe seitens des österreichischen Außenministeriums kein Interesse an einer neuerlichen Rückholaktion.

Die positiven Stimmen zum grenzüberschreitenden Urlaub überwiegen klar – auch in den stark betroffenen Ländern. Italien – der Corona-Hotspot der ersten Wochen in Europa – setzt sich gar an die Spitze der Bewegung und will die Grenzen für Touristen schon am 3. Juni öffnen. Die Wiederbelebung des Tourismus spielt für die notleidende Wirtschaft des Landes ebenso wie in Griechenland eine herausragende Rolle.

Reiseveranstalter sehen sich gewappnet

Vor dem Ministertreffen hatte sich Maas mit dem Deutschen Reiseverband (DRV) ausgetauscht. DRV-Präsident Fiebig versicherte dabei, dass die Gesundheit für Reiseveranstalter und Reisebüros oberste Priorität habe. Dafür habe der DRV gemeinsam mit den Verbänden BDL, BTW und VDV Konzepte vorgelegt, wie der Gesundheitsschutz von der Buchung im Reisebüro über das Einsteigen ins Flugzeug, dem Bustransfer bis hin zum Aufenthalt im Hotel erfolgen kann.

Reiseveranstalter begrüßten die Pläne der Außenminister. Nun könne man entsprechend beginnen, die Mitarbeiter in den Hotels und Urlaubsgebieten vorzubereiten, sagte ein TUI-Sprecher. FTI hat nach eigenen Angaben in Zusammenarbeit mit Experten, Partnern und Zielorten unterschiedliche Konzepte erarbeitet, „damit unsere Gäste sicher und sorgenfrei ihren Urlaub genießen können“. DER Touristik äußerte sich ähnlich.

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